Plastikpiraten nehmen die Mosel unter die Lupe

2018-05-22T21:01:47+00:00Dienstag, 8 Mai 2018|Aktuelles|

Im Rahmen der diesjährigen Projekttage „Wir als Verbraucher“ bildete sich unsere Projektgruppe namens „Plastikpiraten“. Diese Jugendaktion wurde im Wissenschaftsjahr 2016/2017 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung entwickelt, um junge Menschen für den Schutz unserer Meere und Gewässer zu sensibilisieren.

Pro Jahr gelangen ca. 10 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere.  Durchschnittlich 13.000 Plastikmüllpartikel treiben mittlerweile auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche. Meeresbewohner und Seevögel verenden elendig durch diesen Müll, denn sie verheddern sich z.B. in Netzresten oder fressen Plastikmüll.

Wie schlimm es um unsere Meere steht, war den Projektteilnehmern bis dato nicht bewusst. Große Mengen Müll gelangen über die Flüsse in die Meere und Ozeane. Wo genau der Müll in unsere Flüsse kommt, wer die Verursacher sind und welche Auswirkungen dieser auf die Lebewesen unserer Flüsse hat, wurde innerhalb von zwei Tagen durch fünf Projektgruppen erforscht.

Dazu wurden Expertenteams gebildet, die nach wissenschaftlichen Methoden Untersuchungen an der Mosel vornahmen. Die Teams sahen folgendermaßen aus:

  • Gruppe 1: Flussbeschreibung und Fließgeschwindigkeit
  • Gruppe 2: Müll am Flussufer
  • Gruppe 3: Müllansammlungen
  • Gruppe 4: Treibender Müll
  • Gruppe 5: Reporterteam

Mit viel Engagement machten sich die 5 Teams an die Arbeit. Unter anderen wurde ein Mikroplastiknetz in der Mosel ausgebracht, das 60 Minuten im Fluss war. Erstaunlicherweise befand sich in diesem Netz nur natürliches Treibgut und kein Plastikmüll. Allerdings wird eine Probe von der Kieler Forschungswerkstatt noch genau auf Mikroplastikpartikel untersucht. Den meisten Müll fanden die Plastikpiraten am Flussufer, z.B. Glasscherben, Plastikteile, Zigarettenstummel etc. Hier zeigte sich doch recht eindeutig, dass dieser Müll von den Besuchern des Flussufers verursacht wird.

Die in vielen Gruppen erhobenen Forschungsdaten ergeben im Laufe der Zeit eine digitale Karte Deutschlands im Internet. Alle eingeschickten Daten werden von der Kieler Forschungswerkstatt ausgewertet und sind unter http://bmbf-plastik.de/plastikpiraten/ergebnisse für jeden einsehbar.

Diese nachhaltige Aktion hat uns einmal mehr gezeigt, dass wir im Umgang mit Plastik und der Verwendung von Plastik umdenken müssen, um unsere Weltmeere nicht zu Plastikmüllhalden verkommen zu lassen!