Treiser Schule startet Tablet-Projekt

2015-07-20T22:04:34+00:00 Montag, 20 Juli 2015|Aktuelles, Projekte|

Schüler sollen in einem neu eingerichteten Raum mit digitalen Medien lernen

(Vom Redakteur der Rhein-Zeitung Kevin Rühle)

Es ist kein gewöhnlicher Klassenraum, in dem momentan 16 Tablet-Computer auf den Tischen stehen. Wo normalerweise die Tafel thront, hängt ein riesiger Flachbildfernseher. Daneben können die Schüler der Treis-Kardener Realschule plus und deren Lehrer auch noch mit speziellen Stiften auf so genannten Whiteboards schreiben, ansonsten ist das „TabLab“ – so wird der neue iPad-Raum genannt – auf die digitale Neuzeit ausgerichtet. In einer Ecke können die Schüler auf niedrigen Plastiksesseln Platz nehmen, der Raum wirkt minimalistisch.

Die Treis-Kardener Schüler werden als erste in Cochem-Zell in den Genuss kommen, ihren Unterricht auch mit Tablet-Computern zu gestalten. Alle sollen das Medium nutzen können. Daher hat sich die Schule dazu entschieden, einen einzelnen Raum auszustatten, und nicht nur einer einzelnen Klasse die Geräte zur Verfügung zu stellen. „Wir wollten vermeiden, dass es zu einer sozialen Auslese kommt“, sagt Schulleiter Eugen Hermann.

Vor drei Monaten trug Landrat Manfred Schnur – der Kreis ist Träger der weiterführenden Schulen – die Idee an die Treiser Realschule heran, 7000 Euro wurden bisher für das Projekt aufgebracht, 15.000 Euro sollen es werden, denn die Anzahl der Geräte wird noch verdoppelt. „Wir wollen moderne Schulen und die Motivation sowie den Lernerfolg steigern“, sagt Schnur. Und der Landrat verspricht: „Das ist der erste Schritt, der flächendeckend in die Schulen getragen werden muss.“

Wie der Unterricht mit den neuen Geräten aussehen soll, erarbeitet momentan eine Steuerungsgruppe von acht Lehrern und drei Schülern. „Wir bieten eine andere Perspektive“, sagt Carsten Stein, einer der Schüler der Gruppe. Die Steuerungsgruppe hat drei andere Schulen im Land besucht, die bereits ähnliche Projekte auf den Weg gebracht haben. Zudem gibt es bereits entsprechende Fortbildungen. Außerdem durchforsten die Lehrer die 75.000 Apps, die im Bildungsbereich für die Geräte zur Verfügung stehen, nach passenden Angeboten. Aber auch kleine Funktionen können helfen: „Wenn die Spracherkennung die englischen Sätze der Schüler versteht, kann die Aussprache nicht ganz falsch sein“, sagt Englischlehrerin Mareen Christin Kalmes.

© Rhein-Zeitung (Kevin Rühle)

Die Schüler Hanna Oster-Daum, Bastian Kremer und Carsten Stein haben in der Steuerungsgruppe an der Entwicklung des Konzepts für den iPad-Raum mitgearbeitet. Unterstützt wird das Projekt von den Lehrerinnen Vicki Prause und Mareen Christin Kalmes sowie von Eugen Herrmann und Landrat Schnur.