Die Abrahamsgeschichte mal anders

2015-01-25T12:19:14+00:00 Sonntag, 25 Januar 2015|Religion|

Im Rahmen des Religionsunterrichts behandelt die Klasse 6a unserer Schule zurzeit die Abrahamsgeschichte. Die Schüler sollten ihrer Kreativität freien Lauf lassen und ein Kapitel dieser Geschichte aus der Sicht Abrahams nacherzählen. Eine meiner Meinung nach sehr gelungene und humorvolle Fassung, übertragen in die heutige Zeit, möchte ich den Lesern an dieser Stelle vom Autor Martin Gräf (6a) präsentieren.

Es ist lohnenswert, sich zunächst den Originaltext durchzulesen, um den Wortwitz der modernen Fassung verstehen zu können.

Viel Spaß beim Lesen.

Sabine Klotzin-Wolf

Religionslehrerin

 

Der Originaltext: Abrahams Berufung und Wanderung nach Kanaan: 12,1-9

1Der Herr sprach zu Abraham: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde.

2Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein.

3Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.

4Da zog Abrhaam weg, wie der Herr ihm gesagt hatte, und mit ihm ging auch Lot. Abraham war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran fortzog.

5Abraham nahm seine Frau Sara mit, seinen Neffen Lot und alle ihre Habe, die sie erworben hatten, und die Knechte und Mägde, die sie in Haran gewonnen hatten. Sie wanderten nach Kanaan aus und kamen dort an.

6Abraham zog durch das Land bis zur Stätte von Sichem, bis zur Orakeleiche. Die Kanaaniter waren damals im Land.

7Der Herr erschien Abrhaam und sprach: Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land. Dort baute er dem Herrn, der ihm erschienen war, einen Altar.

8Von da brach er auf zum Bergland östlich von Bet-El und schlug sein Zelt so auf, dass er Bet-El im Westen und Ai im Osten hatte. Dort baute er dem Herrn einen Altar und rief den Namen des Herrn an.

9Dann zog Abraham immer weiter, dem Negeb zu.

Die Berufung Abrahams – Eine moderne Fassung dieser biblischen Erzählung

Hey Leute! Ich bin Abraham, und bin eigentlich ganz normal. Ich war noch nicht besonders alt. Es war so um die Zeit, als Merkel Bundeskanzlerin wurde, da war ich gerade mit dem Bus unterwegs nach Hause. Bis dahin hatte ich nie was mit Gott zu tun. Wir waren nicht so religiös.

Aber dann hörte ich eine Stimme. „Yo, abe!“ – „Wer ist da?“, schrie ich. „Alter, ich bin Gott, Mann!“, rief die Stimme hallend. „Sch*, was willst du von mir, oh Herr, oder wie man dich nennt“, fragte ich. „Hau ab aus deinem Ghetto und geh dahin, wo ich dir sage, Mann! Ich war wirklich konfus und sagte: „Nee Mann! Ich mag mein Ghetto. Hier sind voll die krassen Westküstengangsta!“ Die Stimme dachte nach. „OK, machen wir nen Deal. Du haust ab und darfst deine Familie mitnehmen und ich mach dich berühmt.

Als ich voll der Opa war, verschwanden wir aus dem Ghetto von Haran, weg von den forum – gangstas, in das Land von Gott. Ich nahm meine Frau Sarah, meinen krassen Neffen Lot, all unsere Haare, Hab und gut und die Bediensteten mit. Wir waren echt reich, hatten voll viel Geld und wollten selbst im neuen Land nicht auf unseren ganzen Glamour und Lifestile verzichten.

Und selbst im neuen Ghetto waren wir echt fame. Wir hatten irgendwann nen echt cooles Volk errichtet.

 

(Autor: Martin Gräf, Klasse 6a, vom 15.01.2015)