Afghanistan-Vortrag ging unter die Haut

2014-07-30T18:36:12+00:00 Mittwoch, 30 Juli 2014|Aktuelles|

Joachim Engel hatte beeindruckende Infos zu diesem Land für Treis-Kardener Schüler

Einen beeindruckenden Vortrag zu Afghanistan hielt Joachim Engel vom Institut für interkulturelle Kommunikation und Konfliktbearbeitung für die Neunt- und Zehntklässler kurz vor den Sommerferien. Der anerkannte Experte für dieses geheimnisvolle und so weit entfernte Land informierte die 15- bis 16-jährigen Schüler umfassend und packend über die Lebensverhältnisse, die Konfliktpotentiale, die verschiedenen Bevölkerungsgruppen und die Geschichte von Afghanistan. Mit einem kurzen Film, diversen Bildern, Gebrauchsgegenständen und landestypischer Bekleidung zog Joachim Engel, der schon viele Male in Afghanistan weilte, die Jugendlichen in seinen Bann. 

34 Provinzen mit etwa 30 Millionen Bürgern bilden den islamischen Staat Afghanistan, der auf eine langjährige Entwicklungszusammenarbeit mit Deutschland zurückblickt. Nach dem Putsch 1973 wurde Afghanistan zunächst islamische Republik. „Deutsche Fachleute bauten hier im Auftrag der Regierung Residenzen, Fabriken, Flughäfen und Schulen“, erzählte Joachim Engel. Nach der Revolution 1978 geriet der Vielvölkerstaat unter kommunistischen Einfluss von Moskau. Die islamische Revolution unter Ayatollah  Khomeini, den Einmarsch der Sowjetunion Weihnachten ´79 und der Bürgerkrieg ab 1992 brachten Elend und Tod nach Afghanistan. Der Schrecken der Taliban und der Anschlag in New York sorgten schließlich dafür, dass die Nato zur Stabilisierung der Lage in Afghanistan aktiv wurde.

„Im Jahre 2011 entschieden die Politiker bei der Petersberg-Konferenz, dass Deutschland weiterhin ziviles Engagement in Afghanistan zeigen wird“, erläuterte Joachim Engel. Bis 2024 ist dieses Engagement geplant, wobei die brutalen Übergriffe der Taliban und die rohe Gewalt im Alltag der Menschen in Afghanistan die Treis-Kardener Schüler immer wieder schockierten.

Der Mitarbeiter des Instituts für interkulturelle Kommunikation und Konfliktbearbeitung appellierte an die Schüler, die Menschen in Afghanistan auf ihrem Weg in die Freiheit und Demokratie nicht zu vergessen. „Wir müssen helfen, wo wir können und lernen, die Mentalität und Kultur der Afghanen zu verstehen und die Historie dieses wunderschönen, herben und armen Landes zu bewahren.“