Konrad-Adenauer-Schule

Treis-Karden

Ergotherapeutischer Ansatz beim Unterricht der Erstklässler in Treis

22 Jungen und Mädchen wuseln im Klassenraum des 1. Schuljahres munter um Beate Liesenfeld und Elke Meyer herum. Eigentlich nichts Ungewöhnliches in dieser Altersstufe, aber dennoch gibt es an der Konrad-Adenauer-Schule einen Unterschied: Seit Schuljahresbeginn kümmern sich gleich zwei Pädagogen in Treis-Karden um die i-Dötzchen der 1. Klasse, denn die gelernte Ergo-Therapeutin Elke Meyer unterstützt die Klassenlehrerin in ihren Bemühungen, den Fünf- und Sechsjährigen Lesen und Schreiben bzw. den Einstieg ins Schulleben zu ermöglichen.

„Das Integrieren von unterschiedlich entwickelten Kindern sowie individuelles Arbeiten zu fördern, sind Ziele dieser Art von Unterrichtung“, erklärt Elke Meyer im Gespräch mit „BLICK aktuell“. „Bei uns lernen die Erstklässler mit allen Sinnen, sie bleiben vielfach in Bewegung und erschließen sich spielerisch neue Fähigkeiten.“

Schmecken, Riechen oder Tasten sind im Unterricht durchaus erwünscht, deshalb verwundert es auch nicht, dass in der Konrad-Adenauer-Schule durch Stationen-Lernen Buchstaben „erlaufen“, Begriffe durch Schläge mit der Fliegenklatsche erlernt werden. Die Ergotherapeutin beobachtet abwechselnd mit Beate Liesenfeld die Klasse und kann stets aktivierend in das Unterrichtsgeschehen eingreifen. „Damit werden die Ressourcen und Stärken der Kinder früh erkannt und viel besser freigelegt, eventuell vorhandene Defizite rasch bekämpft“, weiß die Expertin. Motorische Unruhen und fehlende Konzentration sind deshalb bei dieser Art von Unterricht seltener geworden, wenn es aber trotzdem mal zu laut wird, läuft beruhigende Musik in der Klasse und die erfahrenen Pädagoginnen lesen eine Geschichte vor.

Das pädagogische Konzept in Treis beruht auf dem Umstand, dass die ADD (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion) in diesem Jahr den seit 21 Jahren bestehenden Schulkindergarten an der Konrad-Adenauer-Schule aufgelöst hat und stattdessen nun für zunächst zwei Jahre den integrierten ergotherapeutischen Ansatz für die Eingangsphase vorsieht. „Bereits jetzt zeigt sich, dass die neue Variante anschlägt und die Kinder begeistert bei der Sache sind“, erklärt Beate Liesenfeld abschließend.