Konrad-Adenauer-Schule

Treis-Karden

Die Schüler der Konrad-Adenauer-Schule erlebten Geschichte hautnah: Ein Tag auf den Schlachtfeldern von Verdun

Mit dem Bus ging es von Treis-Karden aus in Richtung Frankreich. Die Klassen 9b und 10b besuchten zusammen mit den Lehrpersonen Vicki Prause, Nina Leibig und Markus Freiwald das Schlachtfeld des Ersten Weltkrieges – Verdun. Die Vorstellung, im Gebeinhaus über die sterblichen Überreste von 130.000 gefallenen Soldaten zu gehen, war sehr erschreckend. Herr Johann vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge leitete den Rundgang und erklärte uns, dass auf dem Französischen Nationalfriedhof Tote aus verschiedenen Ländern mit verschiedenen Religionen ihre letzte Ruhe gefunden haben. Christen, Juden und Moslems sind auf einer sehr gepflegten Anlage beerdigt. Zahlreiche Kreuze waren geordnet über das Feld gestellt worden. Auf jedem stand der Name und der Rang des Soldaten. Auch schmückten Rosen die Kreuze.

Die nächste Station war das eindrucksvolle Fort Douaumount. Dort ging es in die Tiefe. Rund 48 Teilnehmer begaben sich dorthin. Mehrere Meter unter der Erde sind auch heute noch Gänge, Mannschaftsräume und Versorgungseinrichtungen erhalten, die den Besuchern einen Eindruck vom Leben in einem Fort vermitteln. Nässe, Dunkelheit und Enge waren die Begleiter der Soldaten in diesem Bollwerk. Ebenso wurde uns vorgeführt, wie laut es in den Gängen bei Explosionen und Bombeneinschlägen war. Dafür hob Herr Johann eine Metallplatte hoch und ließ sie wieder auf den Betonboden fallen. Der Schall hallte laut durch alle Gänge des Forts. Hier befindet sich auch der einzige Deutsche Soldatenfriedhof hinter einer Wand, denn dort sind nach einem Explosionsunfall 679 Soldaten eingemauert wurden. Dieser Tunnel wurde zugemauert und eine Erinnerungstafel angebracht.

Danach besuchten wir das ehemalige Dorf Fleury, welches völlig zerstört wurde und heute mit einer kleinen Kirche ein Ort der Erinnerung an die Schrecken des Ersten Weltkrieges ist. Fleury existiert nur noch in Form von Fundamenten, Namensschildern und Granattrichtern. Die Granaten und Geschosse der Schlacht um Verdun haben dafür gesorgt, dass der komplette Ort dem Erdboden gleichgemacht wurde. Nur noch Steintafeln erzählen davon, welches Gebäude am jeweiligen Ort einmal stand. Vor der neu erbauten Kapelle erklärte Herr Johann uns, dass nach dem Ersten Weltkrieg Europa gegründet wurde. Dabei stellte er uns eine sehr tiefgründige Frage: Hätte es die Hölle von Verdun gegeben, wenn es damals schon ein Europa gegeben hätte? Zugleich symbolisierte eine Madonna, welche an einem Steinpodest an der Kapelle stand, den Grundgedanken einer Europäischen Gemeinschaft.

Zum Schluss haben wir den Bajonettgraben besucht, der als Mahnmal originalgetreu rekonstruiert wurde.

Unser Fazit lautet:

Unsere hohen Erwartungen an diese Exkursion konnten erfüllt werden. Die vielen Kreuze auf dem Schlachtfeld erschreckten und mahnten uns. Mit gemischten Gefühlen gingen wir durch das Gebeinhaus und  durch das Dorf Fleury. Die Fahrt nach Verdun war sehr interessant und lehrreich. Herr Johann vom Volksbund konnte uns alles sehr gut und genau erklären.